· 

Berufsrisiko und das Leben danach

Kevin Romy im Genf-Dress | Bild: Keystone/Salvatore di Nolfi
Kevin Romy im Genf-Dress | Bild: Keystone/Salvatore di Nolfi

Kevin Romy ist ein altbekanntes Gesicht in der Schweiz. Der Schweizer hat viel erreicht. Nach 840 Partien in der höchsten Schweizer Spielklasse ist aber Schluss. Nicht weil er kein Bock mehr auf die Gummischeibe hat. Romy musste sein Karrierende verletzungsbedingt bekanntgeben. Sein Leben nach dem Eishockey kann Romy sorgenfrei starten.

 

 

 

Werfen wir einen Blick zurück in die jüngere Vergangenheit: Robert Nilsson sollte jedem Schweizer Eishockey-Fan ein Begriff sein. Der ZSC-Schwede ist seit mehr als 400 Tagen verletzt. Nilsson erlitt nach einem Check von Beat Forster eine Hirnerschütterung. Die sechste oder siebente, wie er selber sagt. Ob und wann er wieder Eishockey spielen wird, ist unklar. Wie die Lions mitteilten, steigt der Schwede erst wieder ins Training ein, wenn er sich wieder dazu bereit fühlt. Ob Nilsson wieder derselbe sein wird, ist aber äußerst stark zu bezweifeln. Der ehemalige Topskorer liebt den Eishockeysport so sehr, dass er alles versuchte, um zurückzukehren. Wie die NZZ heute berichtete, steht Nilsson kurz vor dem Karriereende. An den Fitnesstests der Lions nimmt der Schwede bereits nicht mehr teil.

 

Auch Severin Blindenbacher, notabene einer der besten Verteidiger des Landes, holte sich unschöne sieben Hirnerschütterungen ab. Nach seiner Rückkehr aufs Eis war er zwar nicht mehr derselbe wie zuvor, dass er aber überhaupt zurückgekehrt ist, grenzt an ein kleines Wunder. Der Zürcher war sich seines Risikos bewusst, als er wieder zurückkehrte: Jede Hirnerschütterung könnte folgenschwere Langzeitschäden mit sich tragen. Blindenbacher entschied sich für die Fortsetzung der Karriere.

 

Der Kanadier Pierre-Marc Bouchard, ehemaliger Spieler des EV Zug und Topskorer der National League 2016, trat trotz weiterlaufenden Vertrag beim EV Zug zurück, weil sich der Familienvater nach mehreren Hirnerschütterungen dem Gesundheitsrisiko nicht mehr aussetzen wollte.

 

Ebenfalls an einen Rücktritt dachte auch Ramon Untersander. Nach seiner Gehirnerschütterung im vergangenen Jahr, war es für den Berner ein harter Weg zurück. Schwindelprobleme plagten den 27-Jährigen täglich. Wie es mit dem Nationalspieler in der nächsten Spielzeit weitergeht, bleibt abzuwarten.

 

 

Romy trat nach einer 2-jährigen Verletzungsserie und reiflichen Überlegungen, ob er wirklich noch voll einsatzfähig sei, ab. Wie die oben aufgeführten Fälle aber klarmachen, sind es vor allem die Hirnerschütterungen, welche im Eishockey brandgefährlich sind. Wie Rene Fasel, Präsident der IIHF ebenfalls betonte: «Eine Hirnerschütterung ist im Eishockey nicht nur die Häufigste, sondern auch die schlimmste Verletzung.» Mit der letztjährigen Regeländerung, dass ein scheibenführender Spieler bei Passabgabe nicht mehr gecheckt werden darf (Vorher war es erlaubt, bis das Zuspiel beim Mitspieler angekommen ist), wurde immerhin ein weiterer, wichtiger Schritt für die Gesundheit im Eishockeysport getätigt.