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Fernando Heynen und Andy Furrer

von Links: Heynen, Furrer   |    Bild: ehcvisp.ch
von Links: Heynen, Furrer | Bild: ehcvisp.ch

Die beiden Ur-Visper sprechen im Doppelinterview mit shutout.info über das Leben beim Traditionsklub EHC Visp, Ihre Kindheitsträume und vieles Mehr. Ein Herz für Loyalität – beide spielen schon seit klein auf beim EHC im Wallis. 

 

 

Wie war der Frühling und Sommer?

Furrer: Wir haben 2 mal pro Tag Training, seit Juni sind wir auf dem Eis.

 

 

Macht auch Kraftraum Spass?

Heynen: Ich glaube das ist eine gute Abwechslung, im Winter ist man so viel auf dem Eis, da macht man im Sommer gerne etwas anderes.

 

 

Wie sieht es mit Ferien und Freizeit aus?

Furrer: Im Juli hatten wir 2 Wochen Ferien und am Wochenende haben wir auch mal frei.

 

 

Macht ihr auch noch anderen Sport?

Heynen: Ich gehe gerne biken oder wandern, um abzuschalten und Zeit mit der Familie zu verbringen.

 

 

Verfolgt ihr auch NHL oder NLA Spiele?

Furrer: Wir schauen in der Kabine oft Highlights aus der NHL, auch die NLA verfolgen die meisten Spieler zu Hause.

 

 

Visp ist Kultverein. Wie erlebt ihr das?

Heynen: Es ist viel Tradition dahinter. Die Leute erwarten immer sehr viel. Jedes Jahr ist eine Herausforderung, weil wir vom Budget her nicht so viel Geld zur Verfügung haben. Wir probieren trotzdem immer, das Maximum herauszuholen.

 

 

«Du kannst verlieren,

aber das Publikum will sehen, dass du kämpfst.»

 

 

Ist das eine Herausforderung, dass man im Vergleich zur Konkurrenz weniger Geld hat?

Furrer: Du kannst verlieren, aber das Publikum will sehen dass du kämpfst. Ich glaube auch das Team ist so zusammengestellt: Wir haben Kämpfer im Team und so kann man auch mit weniger grossem Budget das Maximum herausholen.

 

 

Machen diese Faktoren, Teamgeist und 100%-iger Einsatz in jedem Spiel den Erfolg aus?

Heynen: Das hat man auch in der NHL gesehen. Es gewinnt meistens nicht die Mannschaft mit den besten Individualisten. Das Team muss am Tag X bereit sein und dann kommt man in einen Flow.

 

 

Welche Rolle spielt das heissblütige Publikum? Spürt man die Euphorie auch auf dem Eis?

Furrer: Man spürt das sicherlich, vor allem wenn man den Gegner dominiert, dann wird es zu einem Hexenkessel hier.

 

 

Kann das auch ins Negative kippen?

Die Erwartung ist, dass man jedes Spiel 100 Prozent gibt. Wir Walliser können das eher noch nachvollziehen. Manchmal gibt es Pfiffe, aber das gehört dazu. Wichtig ist, dass man jeden Tag das Beste gibt.

 

 

 «Sobald man das Leibchen trägt, weiss man, wieso man es anzieht.»

 

 

Ihr seid beide Visp-Legenden. Was fasziniert euch an diesem Club?

Furrer: Es sind die Fans, die Spielweise der Mannschaft, man ist eine Familie.

Heynen: Wir sind seit klein dabei. Das ist eine Herzenangelegenheit. Sobald man das Leibchen trägt, weiss man, wieso man es anzieht und gibt das Beste.

 

 

War das auch ein Kindertraum, bei Visp in der ersten Mannschaft zu spielen?

Furrer: Ja, früher sind wir auch auf der Tribüne gestanden und waren an jedem Match. Wir haben davon geträumt, auch mal hier zu spielen.

 

 

Ist der Abschied von der Litterna-Halle auch schmerzhaft?

Die Halle hat viele Geschichten geschrieben und wir schauen mit einem weinenden Auge zurück. Aber wir sind auch nicht traurig, dass wir eine neue Heimat bekommen. Wir freuen uns auf dem Umzug und die neue Challenge.

 

 

Ist das neue Stadion eine Chance, weil es neue Euphorie und mehr Geld bringt?

Furrer: Jeder freut sich, jeder will dabei sein, jeder will Erfolg haben. Die Erwartungen sind nochmals gewachsen und wir freuen uns alle auf die Herausforderung. Die gesamte Bevölkerung im Oberwallis identifiziert sich mit dem Club.

Heynen: Es gibt Leute, die sind seit 60 Jahren dabei und sind dem Club treu. Es ist bei allen eine Herzensangelegenheit.

 

 

Zuletzt war Visp meist um Rang 6 und 7 klassiert und ist im Viertelfinale ausgeschieden. Wie ist das einzuschätzen?

Furrer: Es liegt schon mehr drin und es wäre gut, mal mit Heimvorteil in die Playoffs zu starten. Im letzten Jahr hatten wir schon eine gute Saison gespielt und hatten lang mit den Aufstiegsaspiranten mitgehalten.

 

 

 «Wir müssen die Euphorie der Halle mitnehmen.»

 

 

Wie sieht das Saisonziel für die neue Saison aus?

Heynen: Wir müssen die Euphorie der Halle mitnehmen. Wir möchten mit Heimvorteil in die Playoffs, dann ist alles möglich. Es braucht etwas Glück und gesunde Spieler, dann haben haben wir eine gute Chance vorne mitzumischen.

 

 

Ist der Aufstieg ein Thema?

Henyen: Langfristig muss das ein Ziel sein mit der neuen Halle. Ich bin überzeugt, dass in der NLA ein Walliser Club eine Bereicherung wäre und es ist Tradition vorhanden. Es ist wichtig, dass die Clubleitung alles dafür macht, dass die Infrastruktur vorhanden ist und dann müssen wir sportlich nochmals eine Schippe drauflegen.

 

 

Möchte man sich Schritt für Schritt realistische Ziele setzen?

Furrer: Anders geht es nicht. Wenn man es Schritt für Schritt aufbaut, ist es möglich.

 

 

Wie hat sich die Liga in den letzten Jahren entwickelt?

Heynen: Der Unterschied zur NLA ist die Präzision und das Tempo. Die NLB ist ausgeglichen, jeder kann jeden schlagen. Das beste Beispiel war Langenthal, welches sich jede Saison verbessert hat und darum die 3 Titel geholt hat. Das ist ein gutes Vorbild für uns.

 

 

Wie ist es, wenn Ausserschweizer ins Team kommen?

Furrer: (schmunzelt) Natürlich kommt mal ein Spruch über die «Grüezeni» oder die Zürcher. Aber wir haben es gut zusammen und sind lustig. Wir integrieren sie schnell ins Team und haben ein gutes Verhältnis.

 

 

Wie würdet ihr euch gegenseitig beschreiben?

Furrer: Fernando ist ein ehrgeiziger Kämpfer, der immer alles gibt.

Heynen: Furri ist ein richtiger Walliser, der immer Gas gibt und alle Sachen mit Herz macht. Ihn zu provozieren würde ich niemandem raten, sonst «räblets» mal. Solche Spielertypen sind sehr wichtig, er kann Emotionen bringen und es kann dann ein richtiger Ruck durch die Mannschaft gehen.

 

Persönlich?

Heynen: (lacht) Ich kenne Furri seit Kind. Er war immer sehr ruhig und hat wenig gesagt. Jetzt hat das etwas geändert. Er ist ein «gäbige» Typ, er ist eine Bereicherung für die Mannschaft.

 

Andy, bist du froh wenn du keine Interviews geben müsst?

Furrer: Ich gebe nicht so gern Interviews, ich bin eher ruhig und deshalb nicht so gut geeignet.

 

Vielen Dank an Fernando Heynen und Andy Furrer für dieses spannende Gespräch! Wen möchtet ihr als nächstes hautnah erleben? Schreibt's uns per Insta-Direktnachricht oder gleich unten ins Kommentarfeld.

 

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