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Wen verehren die Ambri-Fans da eigentlich?

Bild: Bild Gazzetta dell'Ambrì
Bild: Bild Gazzetta dell'Ambrì

Seit der Gründung der heute bekanntesten Ambri-Gruppierung «Gioventù Biancoblu» (1988) sind «Che Guevara» und «Geronimo» ihre Vorbilder. Beide setzten sich für die Menschheit ein, damit die kleinen gegen die Grossen oder die Armen gegenüber den Reichen nicht zu kurz kommen. 

«Che Guevara» verzichtete auf einen Job als Arzt und somit auf ein sicheres Leben, stattdessen setzte er sich bis zu seinem bitteren Ende für die Rechte der Benachteiligten ein. Apachen-Häuptling «Geronimo» kämpfte in einem Krieg, wie die Gallier im römischen Reich, dem Gegner im Krieg qualitativ und quantitativ völlig unterlegen, trotzdem kämpfte er bis zu seinem Tod. 

 

Aufgrund ihres sorgsamen Umgangs mit dem «Underdog-Image» verehren die Fans aus dem «kleinen und armen» Dorf in der Leventina die Beiden noch heute. Die Symbolfiguren prägen Fahnen, Trikot, Schals und vieles Mehr der Curva Sud. 

 

Das Vergleichen mit Geronimo ist zudem ein öffentlicher Ehrenerweis an Dale McCourt. Der indianischstammende kanadische Stürmer kam Ende der Achtzigerjahre nach Ambri und verzauberte die Leventina. Wenn er ein Tor erzielte jubelte er nicht, nein er nahm den Puck und legte ihn in den Anspielkreis, denn er war bereit für den nächsten Treffer. Sein Trikot hängt neben Duca, Jaks, und Celio am Hallendach der Valascia. Seit McCourt wird die Nummer 15 beim HC Ambri-Piotta nicht mehr vergeben.

 

Die «Gioventù Biancoblu», kurz «GBB» ist die einzige Gruppierung, die sich öffentlich als antifaschistisch bezeichnet. Immer wieder bringen sie ihre Haltung in der Curva Sud ein. Da ist auch klar, dass nicht alle Fans die linke Position teilen. Die mehreren Dutzend weiteren Fanklubs wissen aber um das Verdienst der «GBB» und akzeptieren darum die offensive Rolle derjenigen, die sich seit 31 Jahren leidenschaftlich für ihren Herzensklub einsetzen und für Stimmung in der Kurve sorgen.

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